Georgien Dedoplis Tskaro ![]()
der „Augenblick“ 1
zur interaktiven Version Das Auge von Dedoplis Tskaro (Georgien, Kachetien) Am 20. Juli des Jahres 2005 habe ich einen sehr schönen schlanken Augenstein in Ostgeorgien (Kachetien) abgelegt. Ich war dort als Beteiligter an einer archäologischen Ausgrabung. Inmitten einer kargen Steppenlandschaft erhebt sich etwa einen Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Dedoplis Tskaro ein markanter Berg mit zwei Gipfeln. Für die Bewohner Gegend besitzt der nach dem Propheten Elias benannte Berg, auf dem ein Kreuz steht, eine besondere Bedeutung. Sie gehen bereits seit der Antike einmal im Jahr am 20. Juli dorthin, bitten den Bergheiligen Elias um Regen und unterstreichen diese Bitte mit dem Opfern eines Schafes. Selbstverständlich ist man dabei sparsam. Vergraben werden lediglich die Füße und der Kopf des Tieres. Die „spärlichen Reste“ verzehrt man im Rahmen eines Festmahles im Kreise der Familie. ![]()
der „Augenblick“ 2, In dem Sattel zwischen den beiden Gipfeln des Eliasberges finden sich am 20. Juli zahlreiche Pilger ein.
Wir konnten uns übrigens dem Fest nicht entziehen und haben es selbst ausprobiert. Ingo, der Grabungsleiter hat ein Schaf gekauft und wir haben es im Hause eines Georgiers, der mit uns zusammenarbeitet, mit sehr viel Wein (aus großen Trinkhörnern), anderen Speisen und Trinksprüchen verspeist. Geregnet hat es allerdings nicht. Der Augenstein liegt auf dem westlichen Gipfel des Berges und blickt nach Osten Richtung Aserbaidschan. ![]()
Das Festmahl, stehend der Gastgeber (Schaf ist noch im Topf, Trinkhörner noch im Schrank)
19. August 2006
Robert Hofmann, Kiel und Hainichen |