Marshallinseln Uliga
Bikini Atoll Town Hall in Majuro
So lautet der Gruss der Mikronesier in der Republik der Marshall-Inseln, seit 1986 in freier Assoziierung mit den USA selbstaendig und seit 1991 UN-Mitglied. Verbreitet ist auch KO NA MAURI, was HALLO, aber auch AUF WIEDERSEHEN heissen kann. Und der Name fuer Stein ist DREKA. Also bin ich, der fuenfte Stein im Suedsee-Paket 2006, fortan DREKA. Einen Weg der Steine wuerde man hier IAL IN DREKA nennen. Auf diese Formulierung einigten sich die Kellner/innen in der Flame-Tree-Lodge, der einzigen einfachen Unterkunft fuer Rucksackreisende und Globetrotter auf Majuro, Hauptinsel der Marshalls. Natuerlich wunderten sich die Leute, warum sie das uerhaupt uebersetzen sollten. Uebrigens: Die Deutschen sind jahrzehntelang bis zum Ersten Weltkrieg auf den Inseln - benannt nach einem englischen Kapitaen - gewesen und haben hier mit Copra und anderen Kokosprodukten sowie Phosphat gehandelt. Deutsche Familiennamen sind noch haeufig.
Locals mit den Fruechten des Pandanusbaums (nicht Nuss) in Uliga
Hier noch einige Fakten:1946 hatten die Amerikaner die 161 Bewohner von Bikini umgesiedelt, um dort die erste von 23 Bomben zu zuenden. In den 70er Jahren liessen die US-Stellen verlauten, dass die Insulaner wieder zurueck nach Bikini koennten. Das war eine Luege. Die Menschen, die sich wieder dort niedergelassen hatten, wurden grosser Radioaktivitaet ausgesetzt und mussten die Insel schliesslich wieder verlassen. Heute steht ein kleines Hotel auf Bikini, das hauptsaechlich ein Quartier fuer Taucher ist und nur zeitweilig bewohnt werden kann. Die 82 Menschen von Rongelap wurden im Maerz 1954 dem Fallout der Wasserstoffbombe Bravo ausgesetzt. Die Amerikaner hatten sie in 160 Kilometer Entfernung ueber Bikini gezuendet und dabei einfach die Warnungen der Meteorologen ignoriert. Erst drei Tage spaeter wurde Rongelap evakuiert. Die Opfer litten an Haarausfall, schlimmen Hautverbrennungen und dergleichen mehr. Viele starben bald oder an den Spaetfolgen der hohen Radioaktivitaet. 1957 schickten die Militaers die Menschen zurueck nach Rongelap. In einer spektakulaeren Aktion brachte Greenpeace sie 1985 mit der Rainbow Warrior auf die Insel Mejato. Die USA bildeten fuer eine Wiedergutmachung 1995 einen Trust-Fonds von 45 Millionen Dollar.
Mein Platz in Uliga mit Blick auf die Hauptstraße des Majuro-Atolls
Es gibt wohl nur Schaetzungen, wieviele Opfer die wahnsinnigen Tests unter der Bevoelkerung Mikronesiens direkt oder indirekt gefordert haben. Studien belegen, dass die Krebsrate immer noch besonders hoch ist. Die Amerikaner sind uebrigens immer noch hier mega-praesent. Das Kwajalein-Atoll ist eine US-Militaerbasis und ein grosses Tetgebiet. Raketen - etwa abgeschossen auf der 6760 Kilometer entfernten Air-Force-Base Vandenberg in Kalifornien - schlagen in der Lagune des Atolls ein.
Mein Platz an der Mauer in Uliga
Jetzt habe ich aber meinem Medium wirklich genug diktiert. Meine Geschichte endet hier. Mal gucken, wo die drei anderen Steine landen. Gute Reise! DREKA (Stein) Martin Feldmann, Frankfurt/Main siehe auch: Fidschi /Suva | Tuvalu /Funafuti | Tuvalu /Fualopa | Kiribati /Betio | Nauru /Nauru International Airport | Salomonen /Honiara | Fidschi /Malamala * Auf den Internetseiten von www.bikiniatoll.com sind viele Infos über die Auswirkungen der Arombombentests zu finden. |